MALER MIT HERZ UND SEELE

Videokunst

Von 1996 bis 2007 arbeitete ich als Videokünstler, dabei entwickelte ich bewegte Videogemälde (Kompositionen für Plasmadisplays). In diesen Videogemälden verknüpfe ich Flächendesign, Malerei und Videofläche zu einer neuen Art des bewegten Bildes. Erweiternd extrahiere ich Einzelbilder und bringe diese mit Hilfe eines Plotters auf Leinwand. Diese Art der Bildfindung setzt neue Maßstäbe und eröffnet ungeahnte Möglichkeiten und Gestaltungsebenen, die unsere digitale Welt erweitert und neue Konzeptionen für Entwurfsgestaltung entstehen lässt.

Durch meine Ausbildung zum Fotogravurzeichner erlerne ich ein künstlerisches Handwerk (Feder, Pinsel, Retusche, Reprofotografie usw.). Ich bilde mich konsequent an der Fläche aus. Mit dem Erlernen des Rapportierens (Rapport = kleinstmöglicher Musterausschnitt, der sich in jede Richtung endlos wiederholt) bekomme ich ein Mittel in die Hand, welches mir mein Studium in Textil- und Flächendesign erheblich erleichtert. Während der Lehre entwickle ich die Aquarelltechnik, vor allem durch die Landschaftsmalerei, weiter.

Siebdruck wird im Flächendesign - Studium zum primären Arbeitsmittel. Das Arbeiten, vor allem mit transparenten Flächen, wird Ausdrucksmittel. Transparenz und Überlagerung ziehen sich als Hauptthemen durch meine Arbeit. Video ist für mich von Anfang an eine bewegte Fläche. Ich untersuche „zerkratzte S- Bahn- Scheiben“ und die Bilder, die sie überlagern.

Das Erlernte aus der malerischen Arbeit (Komposition, Farbe, Raum, Inhalt) und das Wissen aus dem Textildruck (Arbeiten mit Raster und Film, Maskieren, Freistellen, Reproduzieren, Aussparen von Flächen, Absparen von Strichen, Farbauszüge) transportiere ich in die Video- Fläche. Das Videoschnittprogramm wird wie ein Malkasten benutzt. Ich experimentiere mit Abstraktion und Farbigkeit. In der Arbeit „elementazione“ (Komposition der Elemente) nutze ich eine Maskierung direkt für die Aufnahmen und zur interpretierenden Bezugnahme zum keltischen schamanistischen Kreuz. Im Ballett „esc impossible - Zum Fortschritt verdammt“ werden zehn Videosequenzen gleichzeitig gebeamt und überlagert. Die Sequenzen fallen durch leichtes Absparen (Verkleinern) des Videobildes in das vorgegebene Bühnenbild hinein. Es entsteht eine vielschichtige Komposition für einen Beamer.

In der Arbeit „Bilderflut“ arbeite ich mit neun Videoschichten gleichzeitig. Im Loop „Das ist das Paradies“ setze ich einer Schicht aus 10 Videosequenzen eine weitere Schicht des abgefilmten Paradiesgemäldes von Lukas Cranach d.Ä. entgegen. Ich entwickle eine Komposition aus traditionellen und modernen Bildebenen. Die Komplexität des Videogemäldes erreiche ich durch eine neuartige Arbeitsweise, die verschiedene Techniken vereint. Die Videoloops sind Kompositionen für Plasmadisplays, d.h., sie hängen flach mit einem Rahmen an der Wand und können so auch ohne weiteres neben herkömmlichen Gemälden in einer Ausstellung hängen. Zu den Videoloops erarbeite ich Videostills, die auf Baumwolle gedruckt werden und, auf Keilrahmen aufgezogen, ebenfalls der Malerei nahe stehen.

Das ist das Paradies 2003

Das ist das Paradies 2003 Video Ausschnitt

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